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Warum machen Kartoffelchips süchtig?

Hat man einmal die Kartoffelchips Tüte geöffnet, so kann man der Versuchung nicht widerstehen, bis die Tüte komplett geleert ist. Chips machen süchtig, das steht schon mal fest. Aber woran liegt es, dass man mit dem Naschen nicht mehr aufhören kann? Wir haben uns für euch auf die Spurensuche gemacht, um dieses mysteriöse Rätsel zu lüften.

Sicher ist: Wir Menschen haben stets Hunger nach Salz und Fett und das kommt nicht von irgendwo her und liegt ursächlich in unserer urzeitlichen Prägung. Die Lust auf salzige Nahrungsmittel hat sich schon vor mehr als 100 Millionen Jahren entwickelt. Denn Salz gilt für Menschen und Tiere als überlebenswichtig. Aber in der Natur ist Salz (außer am Meer) selten zu finden. Deshalb gehen Wissenschaftler davon aus, dass sich das Gehirn unserer Vorfahren darauf eingestellt hat, sobald Salz vorhanden war, dieses in größeren Mengen einzunehmen und quasi auf Vorrat einzulagern. Kartoffelchips, aber auch Gemüsechips enthalten jede Menge davon. In unserem Gehirn werden bestimmte Stoffe freigesetzt, die in uns das Gefühl der Zufriedenheit auslösen und wir in der Folge immer mehr davon haben wollen.

Kartoffelchips und die Geschmacksträger

Zudem ist Fett ein Geschmacksträger und einer der Gründe, warum wir nicht widerstehen können. Genauso wie weitere künstliche Zusatzstoffe, die sich die Lebensmittelindustrie zunutze macht, um uns von ihren Kartoffelchips Produkten geradezu abhängig zu machen und sie somit ihren Absatz ankurbeln kann. Keiner will sie, keiner mag sie und dennoch verfolgen sie uns überall. Geschmacksverstärker genießen einen sehr schlechten Ruf – und das zu Recht. Denn sie weisen eine ganze Reihe von potentiellen Gesundheitsrisiken auf. Aber dennoch kann die Lebensmittelindustrie die Finger von Geschmacksverstärkern nicht lassen und setzt diese in unzähligen Fertignahrungs- und Würzmitteln, so auch bei Kartoffelchips, ein. Künstliche Geschmacksverstärker, insbesondere Glutamat (E621), entfachen ein wahres Geschmacksfeuerwerk auf der Zunge. Die Zunge gewöhnt sich an den Einheitsgeschmack von Glutamat und man will immer mehr von den Chips essen. Die Zusatzstoffe von E620 bis E625 auf der Verpackung kennzeichnen die mit Geschmacksverstärkern aufgepeppte Chips Produkte.

Hefeextrakt, der neue Geschmacksverstärker.

Da mittlerweile recht viele Verbraucher über Geschmacksverstärker informiert sind, nutzt daher die Lebensmittelindustrie teilweise seit einigen Jahren immer häufiger das sogenannte Hefeextrakt zur Geschmacksverstärkung, das neben anderen würzenden Salzen auch circa 7-8 Prozent Glutamat beinhaltet. Hefeextrakt wurde im Jahr 1902 in Großbritannien erfunden.

Viele Hersteller, vor allem von Kartoffelchips sowie Gemüsebrühe, machen sich diese geschmacksverstärkende Wirkung von Hefeextrakt zunutze und bewerben das Produkt mit dem Slogan „ohne Geschmacksverstärker“. Wie Hefeextrakt auf den Körper wirkt, hat man bis heute nicht untersucht. Will man der Chips Sucht entkommen, dann hilft nur Abstinenz oder ein kritischer Blick auf die Zutatenliste.

Eines steht fest: Wer sich regelmäßig dem Einheitsgeschmack von Geschmacksverstärkern aussetzt, verliert mit der Zeit die Sensibilität für das natürliche Aroma von Nahrungsmitteln. Zudem sollen Geschmacksverstärker den Appetit anregen und können so möglicherweise zu Übergewicht beitragen. Beim Geschmacksverstärker Glutamat (E621) handelt es sich, neurologisch betrachtet, um ein Rauschgift. Es ist eine suchterzeugende Aminosäureverbindung.

Öko-Test testet Kartoffelchips Produkte.

Das Verbraucher-Magazin „Öko-Test“ hat 28 Chips-Sorten unter die Lupe genommen. Das Ergebnis war erschreckend. Knapp zwei Drittel der Kartoffelchips Produkte fielen mit der Note „ungenügend“ durch. Jetzt festhalten, kein einziger Artikel schnitt mit „gut“ ab. In allen Chips Produkten konnten die Tester erhöhte Werte von Acrylamid nachweisen. Acrylamid entsteht dann, wenn Kohlenhydrate auf sehr hohen Temperaturen erhitzt werden. Fast alle konventionellen Chips Produkte enthielten Geschmacksverstärker, die bei empfindlichen Menschen zu starken Kopfschmerzen und Nackenversteifung führen können. Lediglich zwei Sorten enthielten keine Geschmacksverstärker, aber trotzdem Aromastoffe. Wird auf der Verpackung Aroma angegeben, so können natürliche oder künstliche Aromastoffe damit gemeint sein. Wer jetzt noch glaubt, im Bio-Supermarkt gesunde Kartoffelchips oder Gemüsechips erwerben zu können, liegt ebenfalls falsch. Selbst das beste Bio-Produkt schnitt höchstens mit der Gesamtnote „befriedigend“ ab. (Quelle. Öko-Test)

Die Fressformel der Lebensmittelindustrie

Die Wissenschaftler haben durch Versuche an Ratten herausgefunden, dass uns nicht nur Salz und die Geschmacksverstärker in die Sucht führen. Es existiert eine sogenannte Fressformel, d.h. eine bestimmte Zusammensetzung von Nahrungsmitteln kann dazu führen, dass man beim Essen nicht mehr aufhören kann. Laut den Forschern verlieren wir Menschen die Selbstkontrolle immer dann, wenn Nahrungsmittel zur Hälfte aus Kohlenhydraten und zu etwa einem Drittel aus Fett bestehen. Den größten Heißhunger zeigten die Tiere bei einer Zusammensetzung von 50 zu 35. Bei dieser Kombination legten die Nager nicht nur viel mehr an Gewicht zu, sondern fraßen auch überdurchschnittlich mehr. Daher kommt es nicht von ungefähr, das die Mehrheit der in den Märkten erhältlichen Kartoffelchips Produkte auf dieser Fressformel basieren. Will man der Sucht entkommen, so empfiehlt es sich die Finger weg von diesen Produkten zu lassen oder aber auch ein kritischer Blick auf die Zutatenliste.


UNSER TIPP:

Von frittierten Kartoffel- und Gemüsechips Produkten brauchst Du Dir keinen gesundheitlichen Mehrwert erhoffen, denn durch das Frittieren mit hohen Temperaturen gehen sämtliche lebensnotwendige Nährstoffe verloren. Deshalb empfehlen wir Dir frittierte Snacks, aufgrund der gefährlichen Transfettsäuren (= auch bekannt unter Killerfetten) Acrylamid und weiteren gesundheitsschädigenden Substanzen, zu meiden.


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