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Hanfsamen – Nährstoffwunder und pflanzlicher Vitalstoff-Power.

Hanfsamen erleben endlich ihre verdiente Renaissance als Superfood. Immer mehr Hollywood-Stars und Supermodels schwören darauf. Das ist nicht verwunderlich, denn schließlich sind Hanfsamen ein naturbelassenes Nahrungsmittel pflanzlicher Herkunft. Bereits über tausende Jahre hinweg werden sie von verschiedenen Kulturen verwendet und werden immer wieder für deren positive Wirkung auf die Gesundheit hochgelobt. Hanf wird sicherlich vielen Menschen ein Begriff sein. Manche kennen die Pflanze unter der Bezeichnung Cannabis, andere wiederum unter dem Namen Indischer Hanf oder Echter Hanf. Im Grunde genommen diese Bezeichnungen alles Namen für ein und dieselbe Pflanze. Leider gerieten Hanfsamen und weitere Hanfprodukte infolge der weltweiten Untersagung von Marihuana in Vergessenheit.

Die Hanfsamen Geschichte

Die Hanfpflanze im historischen Kontext.

Die Hanfpflanze soll vermutlich ihren Ursprung in Zentralasien haben. Laut Funden geht man davon aus, dass Hanf zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt zählt, die bereits vor 12.000 Jahren kultiviert worden ist. Noch heute zählen Hanfsamen neben Reis und Hirse in China zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Im Jahre 1619 wurde in der Kolonie Jamestown, Virginia, das erste Marihuanagesetz Nordamerikas erlassen, indem vorgeschrieben war, dass alle Farmer den Indischen Hanf probeweise anbauen müssen. Weitere Marihuanagesetze, die die Anbaupflicht von Hanf regelten wurden im Jahre 1631 in Massachusetts sowie im Jahre 1632 in Connecticut beschlossen.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Marihuanagesetze in den Chesapeake-Kolonien verabschiedet. Nicht zuletzt war Cannabis zwischen 1631 und dem frühen 19. Jahrhundert in weiten Teilen Nordamerikas als gesetzliches Zahlungsmittel erlaubt. Selbst die Steuern könnten damit beglichen werden. Zwischen 1763 und 1767 in Virginia, in Zeiten der Knappheit, konnte man zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden, wenn man Hanf nicht angebaut hat. Selbst George Washington, der erste Präsident von Vereinigten Staaten, und Thomas Jefferson, der dritte Präsident von Vereinigten Staaten, bauten Hanf auf ihren Plantagen an. Der Gesandte von Jefferson ging während seines Aufenthaltes in Frankreich ein erhebliches Risiko ein, um sich die besonders hochwertigen Hanfsamen zu beschaffen, die aus China in die Türkei illegal eingeführt wurden. Die chinesische Mandarine (Staatsverwaltung) hielt die Hanfsamen ihres Landes für so wertvoll, dass sie deren Export wie ein Kapitalverbrechen bestraften.

Der Gründervater der Vereinigten Staaten, Benjamin Franklin, gründete als einer der ersten eine Hanfpapierfabrik Nordamerikas. Selbst die britische Staatsbürgerschaft wurde damals auf Erlass der Krone an Ausländer verliehen, die sich dazu bereit erklärt haben, Cannabis anzubauen. Laut geschichtlicher Überlieferung soll der erste bekannte Webstoff aus Hanf gewesen sein. Darüber hinaus wurden aus Hanf, Tuche, Leuchtöle, Papier, Weihrauch und Arzneimittel produziert. Zudem galt Hanf in der damaligen Zeit als einer der wichtigsten Lieferanten von Nahrungsfetten und Proteinen.

Die Verwendung von Hanf.

Hanfpapier
Hanfpapier kann die Abholzung von Wäldern stoppen! Zum einen wächst Hanf schneller als Bäume und zum anderen ist es widerstandsfähiger.

Die Hanfsamen der Hanfpflanze wurden als eine wichtige und wertvolle Nahrungsquelle, die lebensnotwendige Nährstoffe, wie eben Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, gesunde Fette, Proteine und Ballaststoffe liefert, genutzt. Darüber hinaus wurden seit der Zeit des Kolumbus auch Schiffskarten und Bibeln in der westeuropäischen und amerikanischen Welt aus Papier hergestellt, die Hanffasern enthielten. Das verwundert nicht, denn Hanfpapier ist zum einen einfach und günstig herzustellen und zum anderen 50- bis 100-mal widerstandsfähiger als die meisten aus Papyrus gefertigten Schriftrollen. Hanffasern waren Basisstoff von Büchern, Heiligen Schriften, Landkarten, Papiergeld, Wertpapieren, und Zeitungen.

Hanffaser
Hanffaser ist der Rohstoff zur Herstellung sehr widerstandsfähiger Textilien.

Viele bekannte Werke wurden auf Hanfpapier gedruckt, wie zum Beispiel „Die Rechte des Menschen von Thomas Paines“, die „King-James-Bibel“, aber auch „Alice im Wunderland“. Des Weiteren wurde der erste Entwurf der Unabhängigkeitserklärung auf holländischem Hanfpapier verfasst. Ebenso auch der zweite Entwurf, der am 2. Juli 1776 vollendet und am 4. Juli 1776 verkündet wurde.

Zudem wurden 80 Prozent aller Textilien, Stoffe für Kleidungsstücke, Zelte, Linnen, Teppiche, Gardinen, Bettdecken, Handtücher, Windeln etc. aus Hanffasern hergestellt. Auch unsere Vorfahren wussten ganz genau, dass Hanf weicher, wärmer, saugfähiger und seine Reisfestigkeit dreimal höher sowie um einiges haltbarer ist als die von Baumwolle. Aufgrund dieser Eigenschaften blieb Hanf bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts die am zweithäufigsten genutzte Naturfaser.

Außerdem wurden damals alle hochwertigen Farben und Lacke mit Hanföl hergestellt. Dafür wurden 1935 allein in den USA 58.000 Pfund Hanfsamen verbraucht. Nicht zuletzt gehörten starkes Marihuana und Tinkturen sowie Elixiere zu denjenigen Arzneimitteln, die in der Humanmedizin der USA am zweit- und dritthäufigsten eingenommen wurden. Vor 1842 gehörten Marihuanaextrakte aus Knospen, Blättern und Wurzeln zu den wichtigsten Arzneimitteln, mit denen Menschen mindestens 3000 Jahre lang überall in der Welt die verschiedensten Erkrankungen behandelten. Die ehemalige Königin des Vereinigten Königreichs Victoria nahm bei Menstruationsbeschwerden Cannabisharze ein. Während ihrer Herrschaft war ein enormer Anstieg der Verwendung von Indischem Hanf in der Medizin der englischsprachigen Länder zu verzeichnen.

Auch unter Mönchen war die Hanfpflanze sehr beliebt. Sie aßen dreimal am Tag Gerichte aus bzw. mit Hanfsamen, ihre Kleidungsstücke waren aus Hanf gewebt, und die Bibeln, die sie kopierten, waren aus Hanfpapier. Erwähnenswert an dieser Stelle ist, dass man aus Hanfsamen äußerst nahrhaftes Pflanzenöl herstellen kann, dass innerhalb der ganzen Flora die meisten essenziellen Fettsäuren enthält. Ferner gehören Hanfsamen zu den besten, hochwertigsten und von menschlichen Körper am leichtesten verwertbaren Proteinen pflanzlicher Herkunft. Zugleich sind die Hanfsamen die reichhaltigste einzelne Nahrungsquelle für die menschliche Ernährung. Bis zum Prohibitionsgesetz von 1937 waren Hanfsamen das wichtigste Vogelfutter in der Welt.

1937 wurden in den USA ungefähr vier Millionen Pfund Hanfsamen für Singvögel im Einzelhandel veräußert. Aus einer Samenmischung picken Vögel sich als erstes die Hanfsamen heraus, was die beste Referenz darstellt, dass die Wundersamen äußerst nahrhaft sind. Darüber hinaus leben Vögel länger und haben mehr Junge, wenn Hanfsamen Bestandteil ihrer Nahrung sind. Weiterhin haben Hanfsamen weder beim Menschen noch bei Tieren eine berauschende Wirkung. Sie enthalten nur winzigste Spuren von THC (Tetrahydrocannabinol).

Hanfsamen – ein Nahrungsmittel ohnegleichen.

Kein pflanzliches Nahrungsmittel auf diesen Planeten kann sich mit der Vitalstoffdichte der Hanfsamen messen. Denn Hanfsamen überzeugen nicht nur mit hochwertigen Proteinen pflanzlicher Herkunft, sondern vielmehr auch mit essenziellen Fettsäuren sowie vielen Vitaminen und Mineralien. Nur die Sojabohne hat einen höheren Eiweißanteil zu bieten. Aber in der Zusammensetzung der verschiedenen Proteine sind die Hanfsamen nicht zu toppen. Schließlich enthalten Hanfsamen alle essenziellen und nicht-essenziellen Aminosäuren, also ein vollständiges Aminosäurenprofil.

Hanfsamen
Hanfsamen enthalten alle essenziellen und nicht-essenziellen Aminosäuren. Somit eignen sich Hanfsamen ideal als Proteinquelle für den Menschen.

Ferner enthalten Hanfsamen auch essenzielle Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht selbst synthetisieren kann. Daher müssen diese Fettsäuren regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden. Unter den essenziellen Fettsäuren versteht die Wissenschaft die mehrfach ungesättigten Fette. Die wichtigsten Vertreter dieser Klasse sind Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren. Hier ist erwähnenswert, dass zum einen ohne diese beiden Fettsäuren das Leben auf der Erde nicht möglich wäre und zum anderen übernehmen beide Fettsäuren gegensätzliche Funktionen im Körper.

Das bedeutet, dass die beiden Fette in Konkurrenz zueinanderstehen und somit Gegenspieler sind. Sobald ein Fettbaustein fehlt, kommt es zum Verdrängungswettbewerb. Dies begründet auch die Tatsache, warum ein bestimmtes Verhältnis von signifikanter Bedeutung für die Gesundheit ist. Die essenziellen Fette übernehmen viele wichtige Funktionen im Körper ein. Zum einen sind sie für die gesunde Haut, Haare und Augen sowie für wichtige Hirnfunktionen verantwortlich. Darüber hinaus reinigen sie die Arterien, stärken das Immunsystem und schützen uns vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Laut Studien, in denen gegenwärtig diese Fettsäuren zur Kräftigung des Immunsystems von HIV-Infizierten eingesetzt wurden, haben sich bislang als sehr vielversprechend erwiesen. Das wertvolle Pflanzenöl wird durch Auspressen der Hanfsamen extrahiert.

Im Übrigen enthält das Öl aus Hanfsamen mit nur acht Prozent den geringsten Anteil gesättigter Fette. Dafür besteht Hanföl aus rund 55 Prozent Linolsäure (Omega-6) und zu 25 Prozent aus Linolensäure (Omega-3). Interessant zu wissen ist auch, dass die Bauern im Mittelalter Hanfbutter aßen und dadurch eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Seuchen als der Adel hatten. Der Grund dafür war, dass die oberen Stände den Hanf als Nahrungsmittel ablehnten. Als Resümee lässt sich festhalten, dass zum einen aus Hanfsamen zubereitete Speisen wohlschmeckend sind und einen angenehm-nussigen Geschmack aufweisen und zum anderen uns mit jeglicher Lebensenergie versorgen.